Die Eichenfuhr ist eine alte Dorftradition, welche in Form eines grossen Festes alle 10 Jahre in Siselen gelebt wird. 1919 – vor fast 100 Jahren – gründeten ledige Frauen und Männer aus Siselen die erste Jungmannschaft und riefen die Eichenfuhr ins Leben.
Den Höhepunkt der Eichenfuhr bildet der Umzug durch das Dorf. Eine von der Burgergemeinde gespendete Eiche krönt diesen Umzug. Die Eiche wird nach dem Umzug versteigert um die Kosten des Festes zu decken. Gemäss mündlicher Überlieferung hatte schon die erste Eichenfuhr grossen Erfolg und somit war der Grundstein einer bis heute lebendigen Tradition gelegt. Aus einem kleinen Dorffest mit Theateraufführungen und Umzug ist ein 4-tägiger Grossanlass geworden. Mit einem attraktiven Unterhaltungsprogramm sowie einer grossen Festwirtschaft, konnte sich die Jungmannschaft der letzten Eichenfuhr über nahezu 10‘000 Festbesucherinnen und Festbesucher freuen.
Die Jungmannschaft erhoffte sich ursprünglich an der Eichenfuhr junge Leute aus nahegelegenen Dörfern begrüssen zu können und dadurch neue Bekanntschaften zu schliessen. Nicht nur die Eichenfuhr hat sich verändert, sondern auch das Leben des Dorfes. Die meisten jungen Menschen leben und arbeiten nicht mehr in Siselen; neue Bekanntschaften knüpft man heute anderswo. Somit hat die Eichenfuhr in der heutigen Zeit eine neue Bedeutung gewonnen: Nebst der Idee, Menschen von ausserhalb nach Siselen zu holen, ist es der Jungmannschaft ein Anliegen, die Dorfgemeinschaft zu stärken und jungen Siseler/innen und Finsterhenneler/innen ihre Wurzeln näher zu bringen.
Ort: Siselen BE
Region: Seeland
Kategorie: Gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste
Trägerschaft: Jungmannschaft Siselen